Trotz Wasserschaden ein Zuhause geblieben
Gemeinsam umgezogen, gemeinsam zurückgekehrt

Ende Oktober war es zunächst nur ein feuchter Fleck. In der Alten- und Krankenpflege-Wohngemeinschaft „Unser kleines Heim“ in Bruchmühlen fielen erste Feuchtigkeitsstellen auf. Weitere Untersuchungen brachten schließlich die Ursache ans Licht: Ein technisches Leck an einer Abwasserleitung hatte über längere Zeit unbemerkt Wasser in den Estrich gelangen lassen.
Schnell war klar: Das Gebäude musste umfassend saniert werden. Trocknung, Instandsetzung und die anschließenden Arbeiten würden mehrere Monate dauern. Ein Verbleib der Bewohner*innen vor Ort war nicht möglich.
Für das Team von Bonitas stand jedoch von Anfang an eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann die Wohngemeinschaft als Gemeinschaft erhalten bleiben?
Die naheliegendste Lösung wäre gewesen, die Bewohner*innen auf verschiedene Einrichtungen zu verteilen. Doch genau das sollte vermieden werden. Denn für die Menschen aus „Unser kleines Heim“ bedeutete die WG ihr Zuhause, mit vertrauten Mitbewohner*innen, eingespielten Abläufen, persönlichen Dingen und einem vertrauten Pflege- und Betreuungsteam.
Die Lösung fand sich innerhalb des Verbunds: in der neu eröffneten Alten- und Krankenpflege-Wohngemeinschaft in Vlotho. Dort war ausreichend Platz vorhanden, damit die Bewohner*innen gemeinsam eine ganze Etage beziehen konnten.
Fast alle zogen gemeinsam um. Für eine Bewohnerin wurde eine wohnortnahe, passende Alternative gefunden. Für alle anderen begann ein gemeinsamer Umzug. Persönliche Möbel, Bilder, Erinnerungsstücke und die vertrauten Gegenstände aus den Zimmern wurden sorgsam verpackt und in Vlotho wieder aufgebaut. An- und Zugehörige halfen beim Kistenpacken und begleiteten ihre Familienmitglieder. Einige Bewohner*innen wurden mit Krankentransporten in die neue WG gebracht, andere fuhren gemeinsam mit ihren An- und Zugehörigen.
Parallel dazu lief der Pflegealltag weiter. Medikamente, Hilfsmittel, Pflegeplanung und Versorgung mussten ebenso verlässlich organisiert sein wie die vielen kleinen Dinge, die einen Tag vertraut machen.
Unterstützt wurde der Umzug von vielen Seiten: Haustechnik, Hauswirtschaft, Facility-Abteilung, Fuhrpark und ein beauftragtes Umzugsunternehmen packten mit an. Die Leitungen der beiden Wohngemeinschaften koordinierten die Abläufe gemeinsam über Standortgrenzen hinweg.
Und auch das vertraute Pflege- und Betreuungsteam zog mit nach Vlotho. Selbst der Koch blieb an Bord – eine Nachricht, die bei den Bewohner*innen besonders gut ankam. „Gott sei Dank“, sagte eine Bewohnerin damals erleichtert, „meine Bratwurst bekomme ich also weiterhin.“
In Vlotho entstand schnell ein neuer Alltag. Die Räume waren anders, die Umgebung neu – aber die Menschen blieben dieselben. Die Bewohner*innen lebten weiterhin miteinander, wurden von ihrem vertrauten Team begleitet und konnten viele gewohnte Rituale beibehalten.
Der vorübergehende Umzug zeigte, wie wichtig Kontinuität gerade dann ist, wenn sich im Umfeld plötzlich vieles verändert. Nicht alles ließ sich ersetzen. Aber durch die Gemeinschaft, die vertrauten Pflegekräfte und die Nähe zu den An- und Zugehörigen konnte ein wichtiger Teil von Zuhause erhalten bleiben.
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten ging es nun zurück nach Bruchmühlen. Wieder wurden Kisten gepackt, Möbel transportiert und Zimmer eingerichtet. Doch diesmal führte der Weg nicht in eine Übergangslösung, sondern zurück in die eigenen, vertrauten Räume.
Für die Bewohner*innen heißt das: wieder im eigenen kleinen Heim ankommen. Bekannte Wege gehen, vertraute Ausblicke sehen und persönliche Erinnerungsstücke wieder an ihren Platz stellen.