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Wissenswertes

PflegeWiki

In unserem Wiki möchten wir Sie über unterschiedliche Krankheitsbilder und pflegerische Fachbegriffe informieren. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf Begriffen aus der Intensivpflege. Die Informationen sind allgemein und wurden von uns nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Sie basieren auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Eine patientenindividuelle Beratung und/oder Behandlung wird dadurch nicht ersetzt.

Progressive Muskeldystrophie

Progressive Muskeldystrophie

Definition

Progressive Muskeldystrophie ist der Überbegriff für eine Gruppe von Skelettmuskelerkrankungen. Diese Erkrankungen sind zueinander sehr verschieden, obwohl es sich bei allen um einen chronisch fortlaufenden Funktionsverlust der Muskulatur handelt. Das Nervensystem ist dabei nicht betroffen.

Ursache

Die Ursache für diese Krankheiten wird durch eine Genveränderung bedingt. Bis heute ist die Schädigung betroffener Muskelzellen nicht heilbar. Letztendlich führt sie zu einer vollständigen Lähmung. Muskeldystrophien sind seltene Krankheiten, so haben viele Ärzte keine oder nur wenig Erfahrung mit diesen Krankheiten.

Symptome

Bei 90% der Infizierten verläuft die Krankheit eher harmlos und ohne Symptome. Wenn die Krankheit jedoch Symptome zeigt, äußern sich diese in verschiedenen Krankheitsverläufen/-phasen. Die erste Phase, der sogenannte subklinische Verlauf, äußert sich nach sechs bis neun Tagen mit Fieber, Halsschmerzen, Schluckstörungen, Übelkeit, Durchfall sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Die Viren haben in dieser Phase das zentrale Nervensystem nicht infiziert, weshalb die meisten diesen Krankheitsverlauf ohne Folgeschäden überstehen.
Im Allgemeinen sind alle Symptome von progressiven Muskeldystrophien durch einen fortschreitenden Verlust der Muskelkraft bedingt. Im Anfangsstadium wird zunächst eine Schwäche in rumpfnahen Muskelgruppen wahrgenommen, bspw. der Hüft- und Beckenmuskulatur oder der Schultermuskeln. Als Folge dessen treten Schwierigkeiten beim Laufen und Tragen auf.
In fortgeschrittenen Stadien treten häufig Kontrakturen (Versteifungen) der Gelenke auf. Ist die stabilisierende Rumpfmuskulatur betroffen, kann dies zu einer Skoliose (verbogene Wirbelsäule) führen. Direkte Folgen hiervon sind Rückenschmerzen und Behinderungen der Atmung. Bei einigen Formen ist der Herzmuskel ebenfalls von der Erkrankung betroffen. Patienten können dann einen schnellen und möglicherweise unregelmäßigen Herzschlag verspüren.

Behandlung

Die Ziele der Behandlung sind in erste Linie die Verbesserung und das Erhalten der Selbstständigkeit der betroffenen Person. Eine Beweglichkeit der Muskulatur soll soweit wie möglich erhalten werden. Denn so können die Patienten weiterhin am Alltag und am sozialen Leben teilhaben.

Die Therapie erfolgt am nachhaltigsten mit Hilfe eines interdisziplinären Teams. Ärzte, Intensivpfleger, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeiter bilden zusammen das Behandlungsteam.