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Rummikub im Domizil

Ziemlich beste Freundinnen

Erfolgsgeschichte Ziemlich beste Freundinnen

„Na, wer sind Sie denn?“ – „Ich bin die Neue!“ Wenn Helga Gärtner und Gisela Terske im Flur des Hauses Käthe in Herford unterwegs sind, geht es selten leise zu. Die beiden Damen lachen gerne, necken sich mit kleinen Späßen – und sind längst bekannt als das lustige Duo der Einrichtung.

Kennengelernt haben sie sich erst hier, im Haus Käthe – einer Fachpflegeeinrichtung für Senior*innen und Menschen mit Demenz, betrieben vom Pflegedienst Bonitas. Doch ihre Verbindung wirkt, als wäre sie viel älter.

Gisela Terske war mit ihrem Ehemann eine der ersten Bewohnerinnen. Er war schwer an Demenz erkrankt – und sie hat ihn nicht allein gelassen. „Ich habe meinem Mann versprochen, ihn niemals allein in eine Einrichtung zu bringen. Das hätte ich nie übers Herz gebracht. Also bin ich mitgekommen.“ Gemeinsam richteten sie das Zimmer so ein, dass es dem Zuhause glich – um ihm den Übergang zu erleichtern.

Helga Gärtner zog später ein. Der Start war nicht leicht: „Ich wurde im Rollstuhl hereingeschoben, war fix und fertig. Alles war neu. Ich kannte niemanden.“ Doch das änderte sich schnell – denn schon am nächsten Tag fragte Terske in die Runde, wer Lust auf Rummikub hätte. Gärtner hatte. „Seitdem haben wir uns“, sagt sie. „Und Langeweile kennen wir nicht mehr.“

Die beiden spielen, plaudern, erinnern sich gemeinsam an früher, stärken sich gegenseitig in schweren Momenten. Als Gärtner kurz vor Weihnachten ihren Sohn verlor, war Terske da. Und als Terskes Ehemann im Februar starb – ausgerechnet am dritten Geburtstag ihres Urenkels – war es Gärtner, die tröstete.
Gisela Terske hat Pflegegrad 3 und ist auf tägliche Pflege angewiesen. Sie wirkt zwar fit, benötigt aber Hilfe im Alltag. Trotzdem hätte sie sich durchaus vorstellen können, auch allein zu leben – „mit täglicher Pflege könnte ich das“, sagt sie. Aber sie hat sich bewusst entschieden zu bleiben – nicht nur wegen der Unterstützung, sondern auch, weil es ihr und Gärtner im Haus so gut gefällt. „Ich könnte auch allein wohnen – aber was wäre das ohne Helga? Uns gibt es nur noch im Doppelpack.“

Abends zieht es die beiden in den Gemeinschaftsraum im zweiten Stock – ihr ganz persönliches „Domizil“, wie sie sagen. Dann gibt es auch mal ein Gläschen Sekt oder einen kleinen Schnaps. „Da vergisst man die Zeit – und das Leben ist für einen Moment leicht“, sagt Terske.

Natürlich wissen beide, dass das Leben sich verändern kann. Die Angst vor Krankheit oder Veränderung der Pflegebedürftigkeit schwingt manchmal mit. „Aber wir blenden das aus“, sagt Gärtner. „Was zählt, ist das Jetzt – und dass man jemanden hat, mit dem man zurechtkommt.“

Was ihre Verbindung ausmacht? Vielleicht ist es das stille Wissen, dass Freundschaft auch im hohen Alter beginnen kann. Oder wie Terske es sagt: „Ich nicht ohne Helga. Und Helga nicht ohne mich.“